Tabs – philosophisch betrachtet

Erinnern Sie sich noch? Wenn man bis vor 2, 3 Jahren im Internet Explorer auf einen Link klickte, dann war entweder die aktuelle Seite verschwunden. Oder es poppte die neue Seite in einem kleineren Fenster auf, das einem den Blick versperrte. Inzwischen haben aber auch die aktuellen Versionen des Internet Explorers jene kleinen “Seiten-Reiter” eingeführt, die andere Browser – darunter Firefox – schon lange als Standard hatten:

freier Blick

freier Blick

‘Was soll’s?’ könnten Sie nun denken. Ist halt eine andere Art der Darstellung. Aber es ist mehr. Es ist ein Stück Freiheit gewonnen. Für den Blick. Und für die Gedanken. Nehmen wir ein alltägliches Beispiel: Sie suchen etwas über Google und erhalten eine Liste von Resultaten. Während Sie die Liste runterrollen, entdecken Sie 3 bis 4 Links, die als Suchergebnisse interessant sein könnten. “Früher” hat man das nun so gemacht, dass man auf den ersten interessanten Link klickte, die aufgeschlagene Seite überflog, dann den Rückwärts-Button klickte (oder das Suchwort erneut in in Google eingab), in der Liste etwas runterrollte, den nächsten interessanten Link klickte usw. Sehr umständlich. Sehr zeitraubend.

Dank der Tab-Funktion können Sie nun Ihren Blick auf der Google-Ergebnisseite belassen. Interessant wirkende Links klicken Sie an, diese öffnen sich in einem Hintergrund-Tab, Sie können mit den Augen ungestört weiter die Resultate durchschauen und klicken die nächsten 2, 3 Links an, die sich ebenfalls in Tabs öffnen. Erst zum Schluss klicken Sie nacheinander auf die Tabs und lesen so “in einem Zug” die Fundstellen durch.

Und noch mehr ist möglich. Nehmen wir an, Sie haben sich Seiten zu einem bestimmten Unterrichtsthema in Tabs angeschaut. Wenn dabei eine Webseite uninteressant ist, schließen Sie dren Tab (mit dem kleinen Kreuz, das Sie ja von Windows her kennen). Übrig bleibt schließlich ein “Set” von vielleicht sechs oder sieben interessanten Seiten. Dieses “Bündel” können Sie nun “auf einen Schlag” abspeichern – und später mit einem einzigen Mausklick wieder öffnen.

Die Tabs bilden auch eine Art “Erinnerungsleiste” für den Moment. Wer oft viele Informationen im Netz sucht, weiß manchmal schon nach 5 Minuten nicht mehr, auf welchen Seiten er vorher war oder was er sich denn nun merken wollte. Die Tabs der interessanten Seite wirken da als Zeitleiste, man behält die Stichwörter weiterhin im Blick, muss die Webseiten nicht wieder “hervorkramen” und schließt sie erst, wenn man seine Recherche beendet hat.

Falls Sie Fremdsprachen unterrichten, wird Ihnen die Methode vertraut sein: Für Schüler kann es für das Verständnis eines Textes sinnvoller sein, unbekannte Vokabeln zu überpringen (bzw. diese nur zu unterstreichen) und später nachzulesen. Das ständige Suchen im Wörterbuch würde den Gedankenfluss unterbrechen. Ähnlich ist es mit Tabs: Wenn Sie etwa einen Wikipedia-Artikel lesen, in dem weitere Begriffserklärungen verlinkt sind, können Sie diese Verlinkungen in Hintergrund-Tabs während des Lesens öffnen. Ihre Aufmerksamkeit wird nicht abgelenkt, und doch können Sie am Schluss sich die verweisenden Begriffe ansehen, ohne diese noch mal im Artikel suchen zu müssen.

Mit Tabs kann man noch viel mehr machen: Man kann sie mit dem Mauszeiger hin und her schieben, man kann mit einem einzigen Klick alle schließen, man kann einzelne Tabs “schützen” oder sich kleine Vorschaubilder anzeigen lassen. Aber wichtig ist, dass man das grundlegende Prinzip verstanden hat, dann wird man diese Art der Navigation nicht mehr missen mögen.

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